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Jesus liebt die Platte

28. Mai 2026

Unterwegs mit einer Tüte Karotten

Hallo! Ich bin Kseniya. Ich lebe mit meiner Familie in einer Plattenbausiedlung in Hagenow, Mecklenburg-Vorpommern. Wir glauben, dass Jesus die Platte liebt – und dass er hier seine Gemeinde bauen möchte. Deshalb sind wir hier.

Ich möchte euch gerne etwas aus meinem Leben als Missionarin erzählen: die schönen Momente, aber auch die herausfordernden.

„Also, was soll ich kaufen?“, fragte ich mich, während ich im Laden stand. Heute werden wir mit Kindern auf dem Spielplatz spielen, und es ist gut, etwas für sie dabeizuhaben – besonders für die, die immer hungrig sind. Es sollte nicht teuer sein, ohne Zucker und ohne Gelatine. Ich brauche Karotten! Natürlich – Karotten sind der beste Freund der Straßenarbeit!

Also gehe ich mit einer großen Tüte Karotten nach Hause. Es dauert etwa eine Stunde, alles vorzubereiten: waschen, schneiden, einpacken. Diese Zeit nutze ich, um mich innerlich auf den Outreach vorzubereiten. Ich bete für die Kinder und bitte um Segen. Man weiß nie, wie chaotisch es diesmal wird. Schließlich lege ich die Karotten in eine schöne, saubere Box – und los geht’s zum Spielplatz.

Wenn Pläne anders laufen

Die Kinder warten schon auf uns. Sie rufen laut unsere Namen. Ein süßes kleines Mädchen rennt auf mich zu und nimmt mir die Box mit den Karotten aus den Händen. Von allen Seiten sprechen die Kinder gleichzeitig auf uns ein, und ich versuche, allen gerecht zu werden.

Ein leichtes Gefühl von Stress kommt in mir auf. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie ein neugieriges Mädchen versucht, die Schachtel zu öffnen. Eine Sekunde später – und, Spoiler: Alle Karotten liegen auf dem Boden, bedeckt mit Sand. Wir haben den Spielplatz noch nicht einmal richtig erreicht, und mein Stresslevel hat seinen Höhepunkt erreicht.

„Also heute keine Karotten“, denke ich.
„Wer möchte UNO spielen?“, fragt mein Mann.

Gottes Wirken im Kleinen

Manchmal funktioniert ein schöner und gesunder Plan einfach nicht – und das ist in Ordnung. Die Zeit der Vorbereitung, in der ich die Karotten gewaschen und geschnitten habe, hat mir trotzdem geholfen, mich innerlich einzustimmen. Gott hat mein Gebet gehört und mir geholfen, mit dem Stress dieses Tages umzugehen.

Also werde ich beim nächsten Mal wieder mit einer Box Karotten nach draußen gehen. Und beim Schneiden und Waschen werde ich ganz bestimmt wieder beten. Und vielleicht werde ich das niedliche kleine Mädchen dann auch ein bisschen besser im Auge behalten. Wir werden sehen.

 

Kseniya Kooiman | Missionarin im Gemeindegründungsprojekt in Hagenow

Foto: Kseniya Kooiman

 

 

Die Stiftung Freie evangelische Gemeinde in Norddeutschland (FeGN) umfasst über 40 Gemeinden in vier Bundesländern. Sie ist Teil des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland KdöR sowie Mitglied in den Diakonielandesverbänden Hamburg und Schleswig-Holstein.

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