Eine bunte Truppe
Seitdem wir als Missionare in Schwerin unterwegs sind, ist das einer unserer Stichpunkte: Jeder ist willkommen. Inzwischen ist bei uns in Lankow, im Gewächshaus, eine bunte Truppe von Leuten miteinander unterwegs. Aber was heißt das, jeder ist willkommen? Auch der, der gefühlt jeden nervt mit seinen Problemen? Auch der mit seiner Alkoholproblematik? Auch die, die nur negativ über andere spricht? Natürlich ist jetzt unsere Antwort: Ja klar ist jeder willkommen! Und das ist auch die richtige Antwort. Also, Artikel-Ende… 😊
Nicht die reale Welt
Wenn wir uns unser Gewächshaus vor Augen malen, wo jeden Tag gebaut wird, wo viele Menschen sich treffen, wo viel geteilt und gelacht wird, dann hört sich das doch gut an. Das ist aber nicht die reale Welt. Denn alle diese unterschiedlichen Menschen, auch wir selbst, bringen etwas mit. Und manchmal ist es gar nicht schön und großartig bei uns. Dann wird mal heftig gestritten, fliegen Beleidigungen durch die Luft, ist der Respekt weit weg. Und dann kommt wieder die Frage: Ist wirklich jeder willkommen, oder ist es doch einfacher, eine Person zu ignorieren oder sogar wegzuschicken?
Nach oben schauen
Es ist super einfach, viele Theorien zu haben, viel miteinander zu reden über das, was wir dann tun müssen – gerade als Missionars-Team, wenn wir Leuten das Evangelium vorleben wollen, oder? Und in solchen Momenten, da sind wir ganz ehrlich, vergessen wir oft, nach oben zu schauen. Wir möchten so gerne, dass Menschen durch Konflikte Gott kennenlernen. Wir arbeiten gefühlt doppelt so viel, investieren Stunden in Gespräche, vermitteln und, und, und, um den Menschen zu zeigen, dass Gott sie liebt und jeder willkommen ist. Aber wir müssen manchmal feststellen, dass, umso mehr wir aus uns selbst heraus tun und uns abmühen, es immer schwerer wird, die Menschen für Jesus zu gewinnen und ein Interesse dem Glauben gegenüber in ihnen zu wecken.
Mama, ich liebe Jesus!
Gott sei Dank gibt es im Chaos des (negativen) Alltags oft diese „Halt, Stopp!-Momente“, in denen Gott uns einfach zeigt, wie wir loslassen dürfen. Letzte Woche war das für mich persönlich die spontane Aussage unserer jüngsten Tochter Lotte (4): „Mama, ich liebe Jesus! Er ist immer bei mir und sorgt für mich. Und später im Himmel will ich mit Jesus spielen.“ So einfach, so pur und vertrauensvoll.
Jesus möchte, dass wir Menschen radikal annehmen – aus Liebe und Gnade. Einfach, weil wir diese Annahme auch von ihm bekommen. Und er möchte, dass wir Dinge, Situationen, Menschen manchmal aushalten, weil er uns auch aushält. Das dürfen wir vorleben. Jesus sagt: „Vertraue mir! Ich weiß, was ich tue. Und ich kenne diese nervige Person schon viel länger und weiß, was ich mache. Vertrau mir, dass ich bei euch bin und für euch sorge!“
Danke, Jesus, dass wir jedes Mal wieder lernen dürfen, aus deiner Gnade zu leben, um auch anderen deine Gnade zu zeigen.
Janneke de Wit | Missionarin Gewächshaus Schwerin-Lankow
Foto: Gerd de Wit
Die Stiftung Freie evangelische Gemeinde in Norddeutschland (FeGN) umfasst über 40 Gemeinden in vier Bundesländern. Sie ist Teil des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland KdöR sowie Mitglied in den Diakonielandesverbänden Hamburg und Schleswig-Holstein.
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