Erinnerungen an frühere Zeiten
Es war im Sommer 1988. Ich war neunzehn, und mir und meiner Freundin Sonni war nichts zu schwer. Also zerrten wir das alte, schläfrige Klavier aus seiner angestammten Ecke in unserem Gemeindehaus und hievten es etwa 200 Meter über mehrere Stufen, einen unebenen Plattenweg und einige Bordsteinkanten bis in das große, helle Zelt, in dem es in den nächsten Wochen gebraucht wurde.
Zeltevangelisation – diese wundervolle Geruchsmischung aus Zeltplanenstoff, Kaffee, Kuchen und frisch gemähtem Gras habe ich bis heute in der Nase. Und ich war so froh, dabei zu sein! Meine Motivation lag bei 120 Prozent, denn: „Jeder Christ ein Evangelist“ – dieser Satz wurde uns damals immer wieder fröhlich entgegengeschmettert. Ich selbst hatte damit keine Probleme: An derselben Ecke, um die wir vormittags das Klavier bugsierten, sprach ich nachmittags eine junge Frau an und erzählte ihr völlig hemmungslos von Jesus und unserem tollen Zelt.
Neue Herausforderungen, neue Wege
Mit den Jahren hat sich diese Hemmungslosigkeit bei mir etwas gelegt – und auch das Klavierschleppen fällt mir nicht mehr so leicht. Eine größere Evangelisation zu organisieren bedeutet viel Arbeit, gründliche Vorbereitung und viele motivierte Mitarbeitende. Zur Wahrheit gehört auch: Es ist herausfordernd, solche Veranstaltungen so attraktiv zu gestalten, dass selbst diejenigen, denen es schwerfällt, über ihren Glauben zu sprechen, ohne Bedenken Kolleginnen, Kollegen und Freunde dazu einladen.
Als in diesem Frühjahr das Team von MyWay – gut organisiert und fast geräuschlos – eine „Pop-up-Evangelisation“ in unseren Gemeinderäumen umgesetzt hat, war ich von diesem Konzept wirklich erstaunt und begeistert. Von der Einladung bis zum Beleuchtungskonzept war alles attraktiv, stimmig und durchdacht.
Die Botschaft bleibt dieselbe
All die vielen Gedanken der Vorbereitung, die vielen kleinen „Drumherums“ und die „Wie-und-was“-Fragen wurden uns abgenommen. Wir als Gemeinde konnten davon profitieren und uns ganz auf unsere Gäste konzentrieren.
Die MyWay-Abende waren kurzweilig, nah am Leben, reich an bunten, multimedialen Eindrücken, bewegend und voller Tiefgang. Und auch wenn draußen kein Zelt mehr steht – die Begeisterung lebt! Gute Botschaften brauchen manchmal neue Formen, aber unsere Sehnsucht, Menschen für Jesus zu begeistern, bleibt dieselbe.
Andrea Wieckhorst („Billy“) | FeG Lüneburg
Fotos: Jens Gauthier | FeG Lüneburg
Die Stiftung Freie evangelische Gemeinde in Norddeutschland (FeGN) umfasst über 40 Gemeinden in vier Bundesländern. Sie ist Teil des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland KdöR sowie Mitglied in den Diakonielandesverbänden Hamburg und Schleswig-Holstein.
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