Der Umzug ins Seniorenheim – ein neuer Lebensabschnitt

Frau Rip­plingers Weg aus Süd­deutsch­land nach Ham­burg

Eppen­dorf. Lachend sitzt Mar­i­anne Rip­plinger mit ihrer Tochter Lisa in ihrem Zim­mer im
ELIM Senioren­cen­trum in Eppen­dorf. Zusam­men schauen die bei­den sich alte Fotos an und reden über die Zeit bevor die 85-Jährige aus ihrer Heimat in Süd­deutsch­land – und ihrem geliebten Haus – nach Ham­burg kam. Die Senior­in fühlt sich in ihrem schö­nen Zim­mer mit direk­tem Blick ins Grüne sichtlich wohl.
Der Umzug in eine Pflegeein­rich­tung ist oft mit dem Selb­steingeständ­nis ver­bun­den, aus Krankheits­grün­den Hil­fe in Anspruch nehmen zu müssen. Frau Rip­plinger war schw­er krank, hat­te eine Oper­a­tion über­standen, kon­nte nicht mehr laufen, nicht mehr eigen­ständig leben und sich auch nicht mehr um ihre gehand­i­capte Tochter küm­mern, mit der sie in ihrem Haus zusam­men lebte.
„Mir wurde schnell klar, dass meine Mut­ter und meine Schwest­er nicht mehr in Süd­deutsch­land bleiben kön­nen.“, erk­lärt Lisa Rip­plinger, die zweite Tochter, die seit vie­len Jahren in Ham­burg lebt. Im Fam­i­lienkreis reifte dann die Entschei­dung, dass ein Umzug in die Hans­es­tadt das Beste wäre.

Gedanken­chaos

Doch was musste nun getan wer­den? Sich selb­st um ihre Mut­ter und ihr Schwest­er küm­mern, war nicht möglich. Eigentlich hat­te sie gehofft, dass ihre Mut­ter ihren gesamten Lebens­abend in ihrem eige­nen Haus ver­brin­gen kann. Unzäh­lige Gedanken gin­gen ihr durch den Kopf: „Welche Größe sollte so eine Ein­rich­tung haben?“ „Worauf muss ich bei Pflege und Betreu­ung acht­en?“ „Wie kann es gelin­gen, möglichst viel Eigen­ständigkeit und Leben­squal­ität zu erhal­ten, sodass meine Mut­ter ihre let­zten Jahre noch genießen kann?“ Was passiert mit dem Haus und ist Mut­ter gesund­heitlich über­haupt fähig, den Umzug aus Süd­deutsch­land nach Ham­burg zu bewälti­gen?“ – Gedanken, die wohl viele in solchen Sit­u­a­tio­nen bewe­gen und zunächst ein­mal ein Gedanken­chaos her­vor­rufen. „Ich will meine Eltern, die sich so viele Jahre um mich geküm­mert haben, nicht im Stich lassen“- ist oft der impuls­gebende Tenor.

Recherc­hear­beit

Lisa Rip­plinger begin­nt zu recher­chieren – im Inter­net, im Branchen­buch, per Tele­fon. Viel Zeit hat sie nicht. Schon bald soll­ten die bei­den nach Ham­burg kom­men. „Mir war wichtig, dass die Pflegeein­rich­tung mein­er Mut­ter und die Wohnge­mein­schaft für Men­schen mit Hand­i­cap für meine Schwest­er möglichst nah an mein­er Woh­nung liegen, sodass ich bei­de viel besuchen und auch meine Schwest­er ihre Mut­ter prob­lem­los sehen kann“, erk­lärt sie.

Durch einen Bekan­nten wird sie auf das ELIM in Eppen­dorf aufmerk­sam. Sofort ruft sie dort an und lan­det direkt bei Jür­gen Heinisch, dem Leit­er des Senioren­cen­trums. Dieser führt sie schon wenige Tage später durch die ganze Ein­rich­tung. Auf ihrem Rundgang kann sie sich auch ein Bild von den Zim­mern machen. In aller Ruhe geht Jür­gen Heinisch anschließend alles mit ihr durch, informiert über Pflege- und Betreu­ungsange­bote, über diverse Aktiv­itäten im Haus sowie über die Zahlungsmodal­itäten. „Dadurch wur­den mir viele Unsicher­heit­en genom­men. Mich hat die Größe des Haus­es mit ins­ge­samt 62 Plätzen ange­sprochen. Außer­dem finde ich es schön, dass so viel mit den Senioren gemacht wird. Das Gefühl hat ein­fach ges­timmt. Es fühlt sich ein biss­chen so an wie in ein­er großen Fam­i­lie“, erk­lärt Lisa Rip­plinger.

Hin­dernisse

Mit dem Leit­er des Senioren­cen­trums spricht sie einen Ter­min ab, an dem ihre Mut­ter einziehen soll. Auch ihre Schwest­er, deren Platz in der WG erst ein paar Wochen später frei wird, soll für eine Kurzzeitpflege im ELIM einziehen. Doch dann zwei Tage bevor es los­ge­hen soll, kommt der Schock. „Der Zus­tand mein­er Mut­ter ver­schlechterte sich und die Ärzte rieten davon ab, sie nach Ham­burg zu holen. Ich dachte schon, jet­zt kann ich einen neuen Platz suchen“, erk­lärt die Ham­burg­erin.
Sie wen­det sich an Jür­gen Heinisch, der ihr die Angst nehmen kann. „Ich habe Rip­plingers zuge­sagt, dass wir das Zim­mer für sie frei­hal­ten, bis ein Umzug gut möglich ist. Wir erleben es immer wieder, dass man Ter­mine, ger­ade bei Kranken­hausaufen­thal­ten, nicht genau voraus­sagen kann. Da ist Flex­i­bil­ität gefragt“, sagt Heinisch.

Sechs Wochen später ist es dann soweit: Zusam­men mit ihrer Tochter Maria zieht die 85-Jährige in Eppen­dorf ein. Im Gepäck: ihr Lieblingsses­sel, unzäh­lige Erin­nerungsstücke, Bilder und ein großer Fernse­her, da sie nicht mehr so gut sehen kann und somit ihre Lieblings­beschäf­ti­gung – das Lesen – aufgeben musste. Die anfänglichen Äng­ste und Unsicher­heit­en über­windet Frau Rip­plinger dann schnell. Schon bald trifft sie sich mit anderen Bewohn­ern im Eppen­dor­fer Café zum Essen, nimmt an den Andacht­en teil, macht Sitz­gym­nas­tik und geht zum Mehrgen­er­a­tio­nen-Musikpro­jekt mit Kindern aus ein­er Kita und Vorschule, das jede Woche stat­tfind­et. Zwei Mal die Woche kommt ein Phys­io­ther­a­peut zu der 85-Jähri­gen und übt mit ihr das Gehen. „Den Flur schaffe ich schon wieder auf meinen eige­nen zwei Beinen“, sagt sie vor Freude strahlend. Und auch ihre Tochter fühlt sich sehr wohl mit der Entschei­dung: „Meine Mut­ter hat ein neues Zuhause gefun­den“, sagt sie und lächelt. (tal)

 

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